Der Amtsgarten

Der Schlossgarten lädt dazu ein, zwischen Zierapfelbäumen zu spazieren, den Blick von den trutzigen Festungsmauern über die Leineaue schweifen zu lassen und durch den schattigen Hainbuchen-Laubengang zu wandeln. Die Gartenanlage wurde nach historischem Vorbild umgestaltet und hält einige Entdeckungen bereit. Kaum zu glauben, dass unter dem Garten ein Kasematten-Gang bis zum Schloss führt.

Entstehung des Gartens

Der Amtsgarten ist kein homogenes Gartenkunstwerk einer Epoche, sondern eine Sammlung verschiedener Nutzungsformen. Nachdem Schloss Landestrost seine Residenz- und Festungsfunktion verloren hatte, begannen die Amtmänner im 17. Jahrhundert einen Teil des Festungsplateaus zu einem Obst- und Gemüsegarten umzugestalten. Im Laufe der Zeit veränderte sich dieses Areal stark. Zum historischen Bestand zählen das axiale Wegesystem auf dem Festungsplateau (Barock) und der Hainbuchen-Laubengang (19. Jh.).

Zurück zu den Wurzeln

Von 2004 bis 2009 wurden die Parkanlagen des Schlosses zurück zu ihren historischen Wurzeln geführt. Wildwuchs wurde beseitigt und die Sichtachsen und weitere Gartenelemente frei gelegt. Durch den Rückschnitt von Gehölzen wurden die alten Sichtachsen wieder frei gelegt und auch die angrenzende Leutnantswiese als Bürgerpark aufgewertet. Mit der Öffnung des Nordflügels als Haupteingang wurde die Wegeführung rund um das Gebäude geschlossen und ein Entree geschaffen.

Der 250-jährige Laubengang

Ein kolossales und bedeutendes gartenkünstlerisches Element ist der 250 Jahre alte Laubengang im Amtsgarten. Der Wandelgang aus Hainbuchen ist 70 m lang und ca. 8 m hoch. Vor allem im Sommer ist er wunderbar schattig und grün.

Die Renaissance-Bastion

Eine Allee aus Zierapfelbäumen führt zur Südspitze der Renaissance-Bastion. Sie ragt wie eine Speerspitze in die Auenlandschaft. An dieser Stelle wird der wehrhafte Charakter der Festungsanlage besonders deutlich. Vom Schloss aus führt ein unterirdischer Wehrgang, eine sogenannte Kasematte bis zum Festungsplateau. Sie ist jedoch nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Über die Brüstungsmauern kann man die bereits im 19. Jahrhundert gerühmte Fernsicht auf die Leineaue genießen.

Eingemauertes

An einer Stelle war die Festungsmauer immer wieder abgängig. Genau dieser Stelle sagte man nach, dass man hier einst aus Aberglauben ein Kind lebendig eingemauert habe, als die Festungsmauer bei ihrem Bau an dem sumpfigen Ort versank. Darauf deutete ein Relief einer Frauengestalt oder Madonna mit Kind in der Mauer hin. Als man die Stelle 2013 erneut sanieren wollte, entdeckte man die Reste einer alten Wendeltreppe aus dem 16. Jahrhundert. Der Turmstumpf wurde mit einem Dach gegen die Witterung geschützt und auf diese Weise Interessierten zugänglich gemacht. Das Marien- oder Mutter-Relief entpuppte sich beim Herauslösen aus der Mauer als Torso einer Skulptur, die nun in ihrer Gänze zu sehen ist.